Aktuelle Entwicklung und Ausblick zur Geldpolitik

Geldpolitik: Keine großen Veränderungen

Das geldpolitische Umfeld hat sich in den vergangenen Wochen kaum verändert. In der Eurozone lassen die ersten Wochen unter Lagarde noch keine Rückschlüsse auf künftige Kursänderungen  zu. Klar ist, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Rahmen  ihrer Strategiedebatte ihren Handlungsrahmen überprüfen will. Welche Schlüsse daraus gezogen werden, ist aber derzeit noch nicht absehbar. Die Neuausrichtung könnte durchaus einen Zeitraum von einem Jahr in Anspruch nehmen. Wir rechnen daher bis auf Weiteres nicht mit weiteren geldpolitischen Schritten der EZB.

Auch in den USA verzichtete die Fed im Januar erwartungsgemäß auf Änderungen ihrer Leitzinsen und nahm nur marginale Änderungen an ihrer wirtschaftlichen Einschätzung vor. Die momentane geldpolitische Ausrichtung findet breite Unterstützung im Offenmarktausschuss der Fed (FOMC), es wurden lediglich technische Maßnahmen beschlossen. Allerdings würde die Fed wohl im Falle einer konjunkturellen Eintrübung (angesichts des nicht vorhandenen Inflationsdrucks) geldpolitisch reagieren. Sollte also im weiteren Jahresverlauf die US-Konjunktur wie erwartet an Fahrt verlieren, dürfte die Fed zwei weitere Zinssenkungen durchführen. Ein erster Schritt dürfte wohl frühestens im Sommer umgesetzt werden. Das Reaktionsmuster der US-Notenbankmitglieder dürfte dabei sehr asymmetrisch ausfallen. Während die Währungshüter bei der Verschlechterung der konjunkturellen Entwicklung wohl vergleichsweise früh mit einer Zinssenkung gegensteuern dürften, ist bei besser als zu erwartenden Wirtschaftsdaten nicht mit einer schnellen Zinserhöhung zu rechnen.

Konjunktursorgen erhöhen leicht die Leitzinserwartungen

Implizierter Leitzins auf Basis des Fed Fund Future, in Prozent
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Quelle: Bloomberg; Stand: 31. Januar 2020

 

Stand aller Informationen und Darstellungen:
04. Februar 2020, soweit nicht anders angegeben.